Howto: Eigener DNS Server in 15 Minuten

Dieser Artikel beschreibt die Installation eines eigenen DNS Servers unter Windows in 15 Minuten.

Vorwort:

Was ist DNS überhaupt?
DNS steht für “Domain Name System” und ist ein System was zu jeder Internetadresse wie z.B. www.bitrocker.net die entsprechnde IP-Adresse kennt.

Und was ist eine IP-Adresse?
Jeder Rechner, jede Internetseite, jeder Mailserver, schlicht jeder Computer der im Internet kommunizieren möchte, braucht eine IP-Adresse. Eine Typische IP-Adresse besteht aus 4 Tupeln getrennt durch einen Punkt und sieht z.B. so aus: 123.45.234.56.

Da solche Zahlenfolgen anstelle von Namen für einen Menschen natürlich schwer zu merken sind, gibt es das Domain Name System. DNS übersetzt diese IP-Adressen in Domain-Namen und wieder zurück. Ohne DNS müsste man z.B. um auf die Seite von Google zu kommen 74.125.79.104 anstelle von www.google.de in seinen Browser tippen. Was unhandlich ist, aber einwandfrei funktioniert. Das DNS stellt somit das Rückgrat der Kommunikation im Internet dar! Ohne DNS würden die IP-Adressen der ganzen Rechner und Server nicht mehr gefunden. Man könnte keine Webseiten mehr ansurfen, keine Emails schicken, etc.  Das Arbeiten mit IP-Nummern würde zwar auch weiterhin funktionieren, aber kennst Du auswendig die IP-Adresse von facebook.com? Nein? – Dachte ich mir 😉

Aber warum möchte ich einen eigenen DNS Server betreiben?
Das kann viele verschiedene Gründe haben. Z.B. der, dass es euch auch auf den Zeiger geht, wenn euer Provider immer fragt: „Meinten Sie vieleicht…?“, sobald man sich mal bei der Eingabe einer Web Adresse vertippt? Die DNS Server vom Provider können auch langsamer sein, als ein eigener Server, wenn sie stark frequentiert werden. Ein eigener Server zahlt sich besonders aus, wenn nicht nur der eigene PC auf den DNS Server zugreift, sondern vieleicht auch der Zweitrechner, der Heimserver, das Notebook, die Spielekonsole, das Smartphone, usw… Der DNS Server in dieser Anleitung speichert einmal angefragte Adressen auch für einen gewissen Zeitraum ab, bevor er erneut nachfragt. Das beschleunigt die ganze Geschichte zusätzlich. Zumal beim normalen Surfen mittlerweile etliche Adressen aufgelöst werden müssen, da so gut wie jede Internetseite erstmal von unzähligen anderen Seiten Inhalt wie Werbung oder Besucherzähler nachlädt, welche wiederum auch alle aufgelöst werden müssen.

Anleitung:

1) DNS Server Software
Als Erstes braucht Ihr natürlich die eigentliche DNS Software. Hier gibt es mehrere Programme, in dieser Anleitung werde ich jedoch eins der populärsten Programme überhaupt verwenden, den sog. BIND (Berkeley Internet Name Domain). Dieser kann (in seiner momentan aktuellen Version 9.6.1-P1) frei und kostenlos von der Internetseite des Internet System Consotiums (ISC) unter folgendem Link herunter geladen werden: http://ftp.isc.org/isc/bind9/9.6.1-P1/BIND9.6.1-P1.zip

Da es sich bei der Datei um ein ZIP-Archiv handelt, muss diese natürlich erstmal entpackt werden. In dem Ordner in den man die Datei entpackt hat, sollte sich nun die Installationsdatei des Nameservers befinden. Diese heißt: “BINDInstall.exe“.

Durch einen Doppelklick auf diese Datei wird folgendes Fenster erscheinen:

– Als “Target Directory” belasse ich in dieser Anleitung das voreingestellte Verzeichnis C:\BIND
Dies ist wichtig zu wissen, da sich die Konfigurationsdateien später alle auf dieses Verzeichnis beziehen werden!
– Den “Service Account Name” belässt man am besten auch einfach auf named.
(man kann aber auch einen beliebigen anderen Namen verwenden.)
– Als “Service Account Password” solltet Ihr ein gutes Passwort wählen, an welches Ihr Euch später aber auch wieder errinern könnt 😉

– Die Häckchen im Feld “Options” sollten auch so wie in dem Bild gesetzt bleiben.
(Das Erste ist dafür da, das Euer Server mit jedem Rechnerstart automatisch gestartet wird, das Zweite,  dass wenn Ihr Euren Server irgenwann deinstallieren solltet, die Konfigurationsdateien erhalten bleiben.)
Hat man nun alle Einstellungen vorgenommen wird der Nameserver durch einen Klick auf “Install” in den Ordner c:\BIND installiert…

2) Die Datei “named.root”
Diese Datei ist später wichtig, damit Euer Nameserver überhaupt weiß wo im Internet er Antworten auf Eure Anfragen bekommt. Die Datei wird von der Internic zur Verfügung gestellt und kann von deren FTP Server unter folgendem Link bezogen werden: ftp://ftp.internic.net/domain/named.root (Einfach mit der rechten Mausstaste auf den Link klicken und dann “Ziel speichern unter…” anwählen.) Diese Datei muss in das Verzechnis c:\BIND\etc gespeichert werden!

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit der Konfiguration des Servers.

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